Schwerpunkt: Kinderfragen
Freya Riget im Interview mit Swantje Kammerecker
Musst du als Religionslehrerin auf alles eine Antwort haben?
Nein, überhaupt nicht. Das haben wir auch bei der Ausbildung so vermittelt bekommen. Ich darf ruhig auch mal sagen: Das weiss ich nicht.
Und wenn eine Frage kommt, z. B. ob es heute noch Wunder gibt, antwortest du dann eher auf persönliche Art oder mit einer «offiziellen Lehrmeinung»?
Ich muss natürlich schon den biblischen oder theologischen Hintergrund kennen, aber meistens ist es für die Kinder verständlicher und bleibt auch besser haften, wenn sie spüren, was es auch für mich bedeutet. So kann ich z. B. sagen: Da schau mal hinaus, die Berge, Bäume, die Sonne – könnte das auch ein Wunder sein? Anstatt ihnen eine fertige Antwort zu liefern möchte ich sie eher anregen, sich selber zu dem Thema Gedanken zu machen.
Wie könnte das konkret aussehen?
Wenn etwa der Opa stirbt und ich gefragt werde, wo der jetzt ist und wie es da aussieht, frage ich zurück: Wie stellst du dir den Himmel vor? Und das Kind hat oft auch eine ganz lebendige Vorstellung was da so sein könnte.
Du hast selber eine kleine Tochter, hat sie auch Fragen zum Glauben?
Eigentlich kaum. Aber durch meinen Beruf bekommt sie schon einiges mit, deshalb denke ich: Da ist vieles schon klar. Wenn Kinder im Alltag mit den christlichen Themen aufwachsen, ist dies ein Fundament, auf das sie später immer wieder zurückkommen können.
Was bleibt Kindern besonders im Gedächtnis?
Was man in Gemeinschaft und auch in einer speziellen Umgebung erlebt. Daran denken Kinder noch lange zurück. Darum gehe ich mit den Niederurner Religionsschülern im Mai in ein Pfadiheim. Und wir bieten an Ostern mit den Gemeinden Glarus und Matt ein kreatives, vielseitiges Jugendprojekt zu Ostern mit Backen, Spielen und Erzählen.
Bild: Ursi Campell
Wie der Religionsunterricht im Kanton Glarus für Kinder und Jugendliche abläuft
Von Pfarrerin Dagmar Doll
Der Religionsunterricht im Kanton Glarus wird von den einzelnen Kirchgemeinden gestaltet und untersteht der Aufsicht und den Vorgaben der Landeskirche. Reformierte Kinder ab der 1. Klasse werden während einer wöchentlichen Lektion kirchlich und religiös gefördert. Dabei geht es in den unteren Klassen darum, biblische Geschichten kennenzulernen und deren Bedeutung in der Gruppe zu erfahren. In manchen Gemeinden wird der Unterricht ökumenisch angeboten. In den oberen Klassen werden Themen wie christliches Zusammenleben, unsere Feste im Kirchenjahr, die Taufe und das Abendmahl behandelt. Ab der ersten Oberstufe sind die Jugendlichen eingeladen, neben der Unterrichtslektionen Punkte zu sammeln, die als Voraussetzung für das Konfjahr gelten, das mit der Konfirmation die Phase des Religionsunterrichts abschliesst. Erteilt wird der Religionsunterricht von gut ausgebildeten Katechetinnen, sowie in den oberen Klassen von Pfarrpersonen. Sie alle sorgen dafür, dass die wichtigen Inhalte der christlichen Religion an die nächste Generation weitergeben wird. Mit viel Phantasie, Liebe und Engagement gestalten sie den Unterricht und machen ihn zu einem wertvollen Begleiter für Kinder und Jugendliche.
Buchtipps aus der Redaktion
Simone Stracke/Fariba Gholizadeh: Gott ist wie Himbeereis
"Mama, wie ist Gott denn so?" - Da muss Mama erst mal überlegen. - "Gott ist wie alles, was dich glücklich macht." - "Der liebe Gott ist wie Himbeereis?", fragt Anna erstaunt. Denn Himbeereis liebt sie über alles... anschaulich und gleichzeitig wunderbar offen geht dieses Buch der grossen Frage nach Gott nach - und lässt so viel Raum, dass kleine und grosse Menschen auch ihre ganz eigenen Antworten finden können.
Fynn: Hallo Gott, hier spricht Anna
Alle lieben Anna, disen naseweisen Fratz, denn keiner weiss so gut wie sie, was das wirklich ist: Gott und die Welt, Menschen und die Liebe, das Lachen und die Angst, Freude und Trauer. 1974 erschien die Geschichte zum ersten Mal auf Deutsch und seither ist sie einem Millionenpublikum ans Herzen gewachsen.
Peter Hofmann: Alltagseltern - Mit Kindern spirituell unterwegs
Impulse für Eltern von Peter Hofmann, Dekan der Evangelisch-reformierten Landeskirche Glarus und Pfarrer von Schwanden. Sie zeigen, nach Tages- und Jahreszeit gegliedert, ganz praktisch, wie christlicher Glaube im Alltag mit Kindern gelebt werden kann. Hofmann ist selber Vater von drei erwachsenen Kindern und widmet sich im Kapitel 7 auch den Fragen der Kinder.
Schwerpunkt: Kinderfragen