News von der Glarner reformierten Landeskirche

Schwerpunkt: Kinderfragen

von Swantje Kammerecker
min
01.04.2025
Immer wieder sind die Erwachsenen erstaunt: Kinder haben oft genaue und lebhafte Vorstellungen von Gott, dem Leben und wie es im Himmel aussieht.

Gerade weil bei unserem vierköpfigen Redaktionsteam die Kindheit schon eine Weile zurückliegt, wollten wir wissen: Welche Fragen stellen die Kleinen heute? Sind es immer noch die gleichen, wie sie etwa Kirchenrat Hans Heinrich Hefti aus seiner Knabenzeit erinnert? (siehe Editorial).

Erste Anlaufstelle ist der MuKiTreff, ein langjähriges gemeinsames Angebot der Glarner Evangelisch-reformierten und der Evangelisch-methodistischen Kirchen ohne Altersgrenze nach unten. Heute haben Mamis und Kinder die Geschichte vom grossen Fischzug gehört und sind nun am Basteln. Im Gespräch mit den Müttern wird schnell klar, dass es oft die Kinder sind, welche den Grossen den Glauben erklären. «Gott und Jesus sind zusammen im Himmel, und noch ganz viele andere Leute», so stellen die Kinder von Thiviya und Verni sich die Sache vor. Sara, Mutter von drei Kindern, erzählt etwa, wie ihr Sohn sagte: «Als ich bei Dir im Bauch war, war ich nie allein. Da waren immer ganz viele Engel, die die ganze Zeit mit mir waren. Jesus war auch immer da.» Zur Entstehung des Lebens machten sich die Kleinen schon früh Gedanken: «Wie macht Gott Babys? Wie macht Gott Tiere?» - «Wo nimmt Gott alle Köpfe, Arme und Beine her, um Menschen zu machen? Wie fügt er all das zusammen?» Ebenso philosophierten sie über den Tod: «Mama, Gott ist stärker als der Tod, stimmt's?», so  Saras fünfjähriger Sohn. Wenn sie zurückfragt, woher er das alles wisse, «zuckt er mit den Schultern und sagt, dass er das einfach weiss oder Gott es ihm gesagt habe». Auch Susi erinnert sich an eine Begebenheit: Als ihr Sohn etwa zehnjährig war, legte er seinen Freunden beim Zmittag dar, wie das mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist sei, und schloss mit den Worten: «Man muss aber dran glauben, sonst funktioniert es nicht!»

Heiliger Geist? Kein Problem!

Vieles, was uns Erwachsene zum Grübeln bringt, etwa, wie die Auffahrt vor sich ging oder was es mit dem Heiligen Geist auf sich hat, stelltfür Kinder kein Problem dar. In diesem Zusammenhang fällt mir nun doch etwas aus meiner Kindheit ein: Für unsere fromme Nachbarsfamilie war der Heilige Geist «immer und überall da», er sässe jetzt in ihrer Stube vielleicht gerade auf der Gardinenstange. Das fand ich durchaus plausibel! Dass wir Erwachsenen von den Kindern lernen können, wie Glauben geht, ist natürlich schon ganz zentral in der Bibel erwähnt – mit Jesu Worten in Matthäus 19, 14: «Lasst die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solchen gehört das Himmelreich». Welch erstaunliche Erkenntnisse Kinder über Gott haben können, ist auch im Buch «Hallo Mister Gott, hier spricht Anna» faszinierend beschrieben. Vielleicht sollten wir deshalb häufiger Kinder fragen, wie sie über Gott und die Welt denken. Und ihnen zugleich ein reichhaltiges Fundament mitgeben – in Form von Religionsunterricht, Sonntagsschule, Jugendprojekten, Krabbel- und Spezialgottesdiensten.

Feste und Angebote

Gerade an den bevorstehenden Festen Ostern, Auffahrt und Pfingsten gibt es ein vielfältiges Angebot in unseren Kirchen. Auch neue Formate wie «Dachbodengeschichten» oder ein Lego-Wochenende (im Juni in der Stadtkirche) bieten spannende Zugänge zu christlichen Themen.

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