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Gesellschaft

Ökumenische Kampagne 2018: «Werde Teil des Wandels»

Politische Spannungen, Ungleichheit und Klimakrise verschärfen sich weiter. Die Hilfswerke Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein fordern deshalb mit ihrer Kampagne 2018 einen Wandel hin zu einer Welt, in der alle genug zum Leben haben.

Eigentlich wüssten wir es: Eine wirkliche Verbesserung der menschenunwürdigen Situation in armen Ländern ist nur möglich, wenn auch wir uns verändern. Doch tun wir das? Wir sorgen uns um die Entwicklung in einer Welt, in der sich politische Spannungen, Ungleichheit und Klimakrise weiter verschärfen. Wir wissen auch, dass diejenigen Menschen am stärksten leiden, die bereits wenig haben. Aber was unternehmen wir dagegen?

«Erde wird zerstört»

Der Einfluss von uns Menschen auf die Schöpfung hat seit der Industrialisierung um 1800 massiv zugenommen. «Leider nicht zum Guten», wie es im Magazin zur ökumenischen Kampagne 2018 von Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein heisst: «Wenn wir weiter wirtschaften wie bisher, wird unser Planet bald an seine Grenze stossen. Das hat Konsequenzen: Hungersnöte in Afrika, Fluten in Asien oder Trockenheit in Lateinamerika. Die Kontinente sind dabei austauschbar. Und alle diese Auswirkungen zeigen sich auch in Europa.»

Unser globales Wirtschaftssystem, das auf einer intensiven Nutzung der ökologischen und sozialen Ressourcen beruht, zerstört laut den Hilfswerken die Erde. Die Menschheit verbrauche heute die Ressourcen von 1,6 Planeten, um ihre materiellen Bedürfnisse zu stillen. «Unter dieser Ausbeutung leiden vor allem die armen und verwundbaren Menschen, denn sie haben nicht die Mittel, sich den negativen Folgen zu entziehen.»

Fehlentwicklungen zeigen sich laut den Hilfswerken überall: Die Staaten messen ihren politischen Erfolg am Wachstum des Bruttoinlandprodukts, und die Mehrheit der Unternehmen stellt die Gewinnmaximierung in den Mittelpunkt ihrer Strategien. Die grossen multinationalen Unternehmen haben an Einfluss gewonnen und darauf hingewirkt, dass staatliche Vorschriften im ökologischen und sozialen Bereich abgeschwächt wurden. Regelmässig werden internationale Menschenrechtsnormen, Umwelt- und Arbeitsrechte missachtet.

Gelebte Solidarität

Die drei landeskirchlichen Werke stellen deshalb den Wandel ins Zentrum ihrer Kampagne, die vom 14. Februar bis 31. März dauert. Sie sind überzeugt, dass dieser Wandel nötig ist: «Sonst beraubt sich die Menschheit ihrer Lebensgrundlage.» Sie zeigen dafür auch Handlungsmöglichkeiten auf: das eigene Konsumverhalten zu verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende zu unterstützen oder sich an einer Aktion zu beteiligen. «So wird die ökumenische Kampagne zum Inbegriff der gelebten Solidarität.»

Im Glarnerland hat der Theologe und Ethiker Thomas Gröbly am Einführungsabend der beiden Landeskirchen vom 25. Januar in Glarus aufgezeigt, was es braucht, um den Wandel hin zu einer Wirtschaft und Lebensweise, welche die Grenzen der Erde respektieren, zu ermöglichen. Die Kirchgemeinden und Pfarreien laden im Februar und März zu diversen Anlässen wie Suppenzmittagen ein. Am 10. März findet zudem der traditionelle Rosenverkauf im Glarnerland statt.

Madeleine Kuhn-Baer