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Kultur

ALO-Schreibwerkstatt ist gefragt

Seit Ende August bietet die Beratungsstelle für Langzeitarbeitslose, ALO-Job und ALO-Treff, in Schwanden eine Schreibwerkstatt an. Sie wird gut genützt.

Punkt 14 Uhr öffnet sich an diesem Dienstag die Türe im Mühleareal 27 in Schwanden. Ein Mann betritt die Räumlichkeiten der Beratungsstelle für Langzeitarbeitslose. Er möchte die Schreibwerkstatt nützen, die Annette Streuli jeden ersten und letzten Dienstagnachmittag anbietet. Zwei Computer und Drucker stehen gratis zur Verfügung, um die amtliche Korrespondenz, Bewerbungsschreiben und Lebensläufe zu verfassen. Bei Bedarf hilft die ALO-Mitarbeiterin in fachspezifischen Fragen rund um Computer, Stilistik und Rechtschreibung. «Es gibt Leute, die meinen, es sei ein Computerkurs. Andere erledigen selbstständig ihre Post. Und wieder andere benötigen eine Rundumbetreuung.»

Der ausgesteuerte Mann hat seinen Lebenslauf selbstständig erstellt und sucht nun im Internet nach einer passenden Stelle. Im Rahmen vom ALO-Job hat er schon viele Einsätze geleistet. «Er will arbeiten. Ich wünsche ihm, dass er wieder eine Festanstellung bekommt. Er ist jung, gesund und hat eine Familie», so Annette Streuli. Sie spielt mit ihm ein Telefongespräch durch, das er am nächsten Tag mit einem Arbeitgeber führen wird. «Ich bin froh, das hat mir sehr geholfen», sagt er voller Dankbarkeit.

In der Zwischenzeit ist eine Frau gekommen, die eine Spontanbewerbung schreiben will. Im Computer sind Musterbriefe gespeichert. «Schreiben Sie mal den Brief, wir schauen ihn nachher miteinander an», meint die Mitarbeiterin.

Seit der ersten Schreibwerkstatt Ende August sind die beiden Computerarbeitsplätze immer ausgebucht. Man muss sich nun anmelden, um sicher Platz zu haben. Eventuell werden noch zusätzliche Plätze eingerichtet, um der Nachfrage gerecht werden zu können.

Niederschwelliges Angebot

ALO-Treff und ALO-Job wurden 1994 beziehungsweise 1997 als Arbeitslosenprojekte der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Glarus ins Leben gerufen. Heute wird die Beratungsstelle für Langzeitarbeitslose von der Katholischen Landeskirche und vom Kanton unterstützt. Sie steht als niederschwelliges Angebot allen im Kanton Glarus wohnhaften, erwerbslosen und ausgesteuerten Menschen zur Verfügung, und zwar unabhängig von Herkunft, Bildung oder Religion der Ratsuchenden.

Gesucht werden im Rahmen vom ALO-Job Aufträge in den Bereichen Reinigung, Bügeln, Gartenpflege, leichtere Bauarbeiten, Mithilfe beim Umzug oder Entlastung von Einzelpersonen und Familien. Damit können den erwerbslosen Menschen wenigstens stundenweise Einsätze vermittelt werden.

Infos: www.alo-job.ch. Tel. 055 644 18 84, info@alo-job.ch.

 

10.10.2017 / Madeleine Kuhn-Baer