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Gesellschaft

Schweizer und Migranten sind willkommen

Mit der Fridolinskollekte wird 2017 der Verein «träffpunkt» in Ennenda unterstützt. Er hat sich die Stärkung des interkulturellen Zusammenlebens im Glarnerland auf die Fahne geschrieben.

Wer an einem späten Montagnachmittag das «Revier» an der Hinteren Villastrasse 4 in Ennenda betritt, ist nicht lange allein. «Willst du einen Kaffee und ein feines Stück Kuchen?», werde ich von einer strahlenden dunkelhäutigen Frau gefragt, kaum habe ich im «Mäntigskaffi» Platz genommen. Es herrscht hier offenbar eine herzliche "Willkommenskultur", geht mir durch den Kopf. Ist dieser Begriff in unserem nördlichen Nachbarland nicht unlängst zum Unwort des Jahres gewählt worden?

«Wir haben Freude an jedem, der bei uns hereinschaut, egal ob Schweizer oder Migrant», bestätigt Renata Grassi, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins «träffpunkt», die heute "Dienst" hat. Es herrscht ein eifriges Kommen und Gehen an diesem Nachmittag, wie ich feststelle. Das ist auch ganz im Sinne der Vereinsgründer und der rund 40-50 Freiwilligen, die den unkomplizierten, an keinerlei Formalitäten gebundenen Austausch zwischen Einheimischen und Eingewanderten fördern wollen. Grandiose theoretische Konzepte gibt es nicht. «Wir sind laufend am Ausprobieren, für welche Angebote ein Bedürfnis besteht und welche Aktivitäten auf Anklang stossen», erklärt Vereinspräsident Philipp Langlotz. Er weiss, was interkulturelle Konflikte sind, hat er doch mit seiner Familie selber drei Jahre lang in Westafrika gelebt. "Er tut gut, wenn man als Fremder in einem fremden Land Kontakt zu Einheimischen haben kann. Sonst besteht die Gefahr der Vereinsamung."

Ein Anfang ist gemacht

Besser Deutsch lernen, zusammen essen und spielen, gemeinsam Sport treiben – dafür besteht eine wachsende Nachfrage, erklären Renata Grassi und Philipp Langlotz übereinstimmend. Ihr grosser Wunsch wäre, dass sich der «träffpunkt» nach und nach weiterentwickeln könnte zu einem festen Treffpunkt für alle interkulturell Interessierten im Kanton Glarus. "Eine Ausdehnung der Öffnungszeiten auch auf andere Wochentage wäre ein wichtiger Schritt in diese richtige Richtung", halten die beiden Vorstandsmitglieder fest. 

«Bleibst du zum Znacht?», fragt mich die dunkelhäutige Frau mit gewinnendem Strahlen, als ich aufbrechen will. «Weisst du, wir kochen gut hier...!» Daran zweifle ich keine Sekunde. Aus der Küche duftet es verführerisch.

Peter A. Meier / 26. Februar 2017

«träffpunkt», Hintere Villastrasse 4, Ennenda. 
Mäntigskaffi: 16-20 Uhr, kulinarische Köstlichkeiten ab 18.30 Uhr. Deutschkonversation: 17-18 Uhr. Spieleabend: am 1. Montag des Monats, 19-22 Uhr. 
Kontakt: ph.langlotz@bluewin.ch 
Weitere Infos: www. facebook.com/traeffpunktgl